Charles Baudelaire
Biographie
Charles-Pierre Baudelaire wurde am 9. April 1821 in Paris geboren. Im Alter von sechs Jahren verlor er seinen Vater. Er litt sehr an der zweiten Heirat seiner Mutter mit General Aupikc. Bereits in jungen Jahren beginnt er ein recht ungebundenes Leben, was dazu führt, dass er das College nicht lange besuchen darf. Den Erbteil seines früh verstorbenen Vaters bringt er in wenigen Jahren durch. Baudelaire kauft Bilder und schafft es dadurch, sich nachhaltig zu verschulden. Ab 1844 laesst seine Familie ihn finanziell bevormunden, was ihn dazu zwingt, wie ein Bohemien zu leben.
Im Jahre 1842 lernt Baudelaire die exotische Schönheit Jeanne Duval kennen, die zeitweise in einem Theater am linken Seine-Ufer aufgetreten war. Die Beziehung mit dieser Frau sollte sich wechselhaft gestalten; dennoch sorgt Baudelaire in aufopfernder Weise für sie, sogar als die erotische Faszination schon längst erloschen ist. Nach fast 20 Jahren verlaesst er sie im Jahre 1861. Zwei weitere Frauen spielen eine Rolle in Baudelaires Leben: Die Schauspielerin Marie Daubrun und vor allem Madame Sabatier, eine viel beworbene Schönheit, die in Paris einen literarischen und politischen Salon unterhält und der Baudelaire sich über Jahre hinweg nur durch seine Briefe, denen er seine Gedichte beilegt, zu nähern versucht. Jeder dieser drei Frauen ist ein eigener Zyklus in den Fleurs du Mal gewidmet.
Die Kariere als Schriftsteller beginnt um 1845, und einen großen Einfluss auf Baudelaire übt das Werk Edgar Allan Poes aus, das er mit Begeisterung übersetzt und in eigenen Veröffentlichungen immer wieder erwähnt.
Die Gedichtsammlung Fleurs du Mal (Die Blumen des Bösen) erscheint schließlich im Jahre 1857, begleitet von Protesten: Der Staatsanwalt wird sogleich aktiv und verfügt, dass Baudelaire und seine Verleger des Vergehens der "Beleidigung der öffentlichen Moral und der guten Sitten" für schuldig befunden werden. Sie werden zu Geldstrafen verurteilt und 6 der enthaltenen Gedichte werden wegen der "verderblichen Wirkung der dem Leser vorgeführten Bilder" verboten. Eine gleichzeitig erhobene Anklage wegen Gotteslästerung wird fallengelassen. Schließlich erscheint eine zweite Auflage der Sammlung, die 6 verbotenen Gedichte fehlen, während 32 neue hinzugekommen sind. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg hob man das Urteil auf.
Baudelaire stirbt völlig ausgezehrt, am 31. August 1867, in einer Anstalt in Paris.